Ginkgo biloba & Ginseng: Das älteste Duo der Kräuterwelt

Alter Ginkgo biloba Baum in voller Herbstfärbung mit goldgelben fächerförmigen Blättern

Kurz erklärt: Ginkgo biloba zählt zu den ältesten noch existierenden Baumarten der Erde — ein lebendes Fossil, dessen Linie Eiszeiten überdauert hat und dessen Bäume sogar nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima wieder austrieben. Panax Ginseng ist in Ostasien seit Jahrtausenden als „Menschenwurzel“ geschätzt. Was steckt hinter der Kombination dieser beiden Pflanzen — und warum ist die Dosierung dabei entscheidend?

⚠️ Hinweis: Dieser Artikel dient der sachlichen Information über Botanik, Geschichte und Forschungsstand von Ginkgo biloba und Panax Ginseng. Er ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Beschwerden, Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte ärztlich abklären.

Was ist Ginkgo biloba?

Ginkgo biloba ist die einzige heute noch existierende Art der Gattung Ginkgo und der letzte rezente Vertreter einer sehr alten Pflanzengruppe, deren Vorfahren bereits vor über 200 Millionen Jahren nachweisbar sind. In der Botanik wird er als „lebendes Fossil“ bezeichnet, denn seine fächerförmigen Blätter mit den charakteristischen gegabelten Blattadern haben sich seit dem Erdmittelalter kaum verändert.

Im Jahr 2000 wurde der Ginkgo in Deutschland zum „Baum des Jahrtausends“ erklärt. In Japan hat er hohe kulturelle Symbolkraft — das Wappen der Universität Tokio zeigt ein Ginkgoblatt.

Die wohl eindrucksvollste Demonstration seiner Widerstandskraft: Nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima 1945 waren mehrere Ginkgobäume in der Nähe des Hypozentrums die ersten Pflanzen, die im selben Jahr wieder austrieben. Einige dieser Bäume stehen noch heute.

Der Baum in Zahlen

  • Alter der Pflanzengruppe: über 200 Millionen Jahre
  • Maximale Lebensdauer: einzelne Exemplare werden auf über 1.000 Jahre geschätzt, in Einzelfällen werden deutlich höhere Alter angegeben
  • Wuchshöhe: bis 35 Meter, vereinzelt über 40 Meter
  • Genomgröße: rund 10 Milliarden Basenpaare — ein Vielfaches des menschlichen Genoms
  • Verwendeter Pflanzenteil: ausschließlich die Blätter (pharmazeutisch)

Historisch wurden in Ostasien vor allem die Samen des Ginkgo verwendet. Die heutige pharmakologische Nutzung standardisierter Blatt-Extrakte ist ein moderneres Entwicklungskapitel. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist der Ginkgo unter dem Namen „Bai Guo Ye“ (Blatt) schriftlich seit dem frühen 14. Jahrhundert erwähnt.

Was ist Panax Ginseng?

Der Name verrät bereits viel: „Panax“ leitet sich vom griechisch-lateinischen „panax“ ab — ein historischer Hinweis auf die vielseitige traditionelle Verwendung. Und „Ginseng“ vom chinesischen „Rénshēn“ (人参) — Menschenwurzel, weil die Form der Wurzel oft an einen menschlichen Körper erinnert.

Panax Ginseng ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Araliengewächse, die in den Gebirgswäldern Koreas, Nordostchinas und Südostsibiriens heimisch ist. Verwendet wird die Wurzel — und zwar erst nach 4 bis 7 Jahren Wachstum, wenn sich die Wirkstoffe ausreichend angereichert haben.

Weißer und Roter Ginseng — was ist der Unterschied?

  • Weißer Ginseng: Frische Wurzel wird geschält und getrocknet — ohne die Dampfbehandlung des roten Ginsengs
  • Roter Ginseng (Hong Sam): Frische Wurzel wird mit Wasserdampf behandelt, wodurch sich Zusammensetzung und Profil der Ginsenoside verändern. Das Ergebnis: eine dunkelbraune, harte Konsistenz mit längerer Haltbarkeit

In Korea war Ginseng über Jahrhunderte ein hochgeschätztes und teils staatlich reguliertes Gut. Bis heute findet man Ginseng in Korea in Suppen (Samgyetang), Tees, Sirup, Alkohol und sogar in Kosmetikprodukten.

Nicht verwechseln

Panax Ginseng ist nicht identisch mit:

  • Sibirischem Ginseng (Eleutherococcus senticosus) — eine andere Pflanzenfamilie
  • Amerikanischem Ginseng (Panax quinquefolius) — verwandt, aber in der TCM als „kühlender“ eingestuft
  • Indischem Ginseng / Ashwagandha (Withania somnifera) — komplett andere Gattung

Die Wirkstoffe: Was steckt in diesen beiden Pflanzen?

Ginkgo biloba

Die Blätter des Ginkgo enthalten zwei Hauptgruppen von Wirkstoffen:

Flavonoide — darunter Quercetin, Kaempferol und Isorhamnetin. Diese Pflanzenpigmente sind als Antioxidantien bekannt und werden in der Forschung intensiv untersucht.

Terpenlaktone — insbesondere die Ginkgolide A, B, C und J sowie Bilobalid. Ginkgolid B ist ein gut untersuchter natürlicher Antagonist des Plättchen-Aktivierenden Faktors (PAF) — ein Forschungsschwerpunkt seit den 1980er-Jahren.

Für bestimmte standardisierte Ginkgo-Blattextrakte gelten strenge Qualitätsstandards: 22–27 % Flavonolglykoside, 5–7 % Terpenlactone und maximal 5 ppm Ginkgolsäuren (die in rohen Blättern allergen wirken können).

Panax Ginseng

Der Hauptwirkstoff sind die Ginsenoside — auch Panaxoside genannt. Das sind Triterpensaponine, die als wichtigste charakteristische Wirkstoffgruppe gelten und wahrscheinlich wesentlich zu den in Studien beobachteten Effekten beitragen.

Man unterscheidet zwei Hauptklassen:

  • PPD-Ginsenoside (Rb1, Rb2, Rc, Rd): in experimentellen Arbeiten tendenziell mit beruhigenden und immunmodulierenden Eigenschaften assoziiert
  • PPT-Ginsenoside (Re, Rf, Rg1, Rg2): in experimentellen Arbeiten tendenziell mit aktivierenden und ZNS-stimulierenden Eigenschaften assoziiert

Daneben enthält Ginseng Polysaccharide (Panaxane), Polyacetylene und Aminosäuren. Ähnlich wie bei Curcuma oder Andrographis paniculata zeigt sich auch hier: Nicht die einzelne Substanz, sondern das Zusammenspiel der Inhaltsstoffe macht den Unterschied.

Warum die Kombination in der Forschung diskutiert wird

Ginkgo und Ginseng werden in der Forschung auf unterschiedlichen Ebenen untersucht:

WirkebeneGinkgo bilobaPanax Ginseng
BlutHemmung der Thrombozytenaggregation, PAF-AntagonismusEinfluss auf Blutfluss und Blutzuckerparameter
GefäßeEntspannung der Gefäßmuskulatur, KapillarschutzPeriphere Vasodilatation über NO-Synthese
ZellenRadikalfänger, Schutz vor oxidativem StressAdaptogene Eigenschaften
ZNSNeuroprotektive Effekte in TiermodellenEinfluss auf Neurotransmitter in experimentellen Modellen

Die Hypothese: Ginkgo beeinflusst die Versorgung (Mikrozirkulation, Sauerstoff), Ginseng die Nutzung (Energie, Regeneration). Diese theoretisch plausible Ergänzung ist ein Grund, warum die Kombination in der asiatischen Medizin seit langem geschätzt wird.

Ginkgo und Ginseng in der Traditionellen Medizin

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

In der TCM sind verschiedene Pflanzenteile des Ginkgo seit dem „Compendium of Materia Medica“ (本草綱目, 1578) dokumentiert — historisch vor allem die Samen bei Atemwegs- und Kreislaufbeschwerden, die Blätter erst in jüngerer Zeit verstärkt.

Ginseng ist in ostasiatischen Heiltraditionen seit über 2.000 Jahren dokumentiert. Die Wurzel galt historisch als außerordentlich kostbar und war teils Königen und Kaisern vorbehalten. In der TCM tonisiert Ginseng das „Yuan-Qi“ (Ursprungs-Qi) und stärkt Milz, Lunge und Herz.

Traditionelle Thailändische Medizin (TTM)

In der TTM hat die Kombination Ginkgo-Ginseng eine lange Tradition. Die TTM-Fachinformation des Herstellers ordnet das Präparat als Nahrungsergänzungsmittel ein.

Mehr zum kulturellen Hintergrund der TTM: Was ist Traditionelle Thailändische Medizin (TTM)?

Wilder Panax Ginseng mit roten Beeren und palmierten Blättern auf schattigem Waldboden
Panax Ginseng in seinem natürlichen Lebensraum — schattiger Gebirgswald in Korea

Was sagt die Forschung?

Ginkgo biloba — Studienlage

Kognition: Der standardisierte Ginkgo-Extrakt EGb 761 ist einer der meistuntersuchten pflanzlichen Wirkstoffe. Ein Cochrane Review (Birks & Grimley Evans, 2009) bewertet die Evidenz als gemischt — einzelne Studien berichten kleine bis moderate Verbesserungen kognitiver Parameter, die Gesamtbewertung bleibt jedoch zurückhaltend. In einigen europäischen Ländern werden standardisierte Ginkgo-Extrakte arzneilich verwendet.

Durchblutung: Bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) untersuchte ein Cochrane Review (Nicolaï et al., 2013) den Einfluss auf die Gehstrecke. Die beobachteten Effekte waren statistisch nicht signifikant, die klinische Relevanz wird als begrenzt eingeschätzt.

Tinnitus: Einzelne Studien berichten positive Effekte, die Gesamtevidenz ist jedoch nicht eindeutig.

Panax Ginseng — Studienlage

Kognitive Funktion: Einige randomisierte Studien berichten kurzfristige Verbesserungen bestimmter kognitiver Parameter wie Arbeitsgedächtnis und Aufmerksamkeit — die Befundlage ist insgesamt jedoch heterogen.

Adaptogene Wirkung: Ginseng gilt als Adaptogen — ein Begriff, der 1947 vom russischen Pharmakologen Nikolai Lazarev geprägt wurde. Die Idee: Die Pflanze unterstützt die körpereigene Widerstandskraft gegen verschiedene Stressformen (physisch, chemisch, biologisch).

Ginkgo + Ginseng — Kombinationsstudien

Kennedy, Scholey und Wesnes (2002, PMID 12020739) verglichen in einer RCT an gesunden Probanden die Einzelgabe von Ginkgo und Ginseng mit der Kombination beider Pflanzen. Die Kombination war mit stärkeren kognitiven Effekten assoziiert als die Einzelsubstanzen.

Einordnung: Beide Pflanzen sind Gegenstand intensiver Forschung, die meisten Studien haben jedoch kleine Fallzahlen. Die Kombination ist theoretisch plausibel — weitere Forschung ist nötig.

Dosierung: Warum die Menge entscheidend ist

Ein häufig übersehener Punkt bei pflanzlichen Präparaten: Die Dosierung macht den Unterschied.

Typische KombipräparateGinkgoGinsengGesamt
Niedrig dosierte Produkte40–80 mg50–150 mg90–230 mg
TTM Ginkgo-Ginseng200 mg200 mg400 mg

Empfohlen wird: morgens und abends je 1 Kapsel, bei Bedarf auch mittags, jeweils vor dem Essen.

Sicherheit und Verträglichkeit

Ginkgo biloba

  • Häufig bei Überdosierung: Kopfschmerzen, Schwindel, Magenreizung
  • Wichtig: Ginkgo hemmt die Thrombozytenaggregation — bei gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnern (Warfarin, Aspirin, Clopidogrel) ärztlichen Rat einholen
  • Vor Operationen: Nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen; häufig wird ein vorübergehendes Absetzen empfohlen
  • Roh-Blätter nicht verzehren: Allergene Ginkgolsäuren werden erst bei der pharmazeutischen Extraktion entfernt

Panax Ginseng

  • Häufig: Schlafstörungen bei abendlicher Einnahme, leichte Unruhe
  • Bei sehr hohen Dosen (>3 g/Tag über längere Zeit): Blutdruckschwankungen, Reizbarkeit
  • MAO-Hemmer: Bei gleichzeitiger Einnahme nur nach ärztlicher Rücksprache
  • Hormonabhängige Erkrankungen: Vorsichtshalber ärztlich abklären

TTM-Kombipräparat

Maßgeblich sind die produktspezifischen Hinweise des Herstellers. Bei Vorerkrankungen oder bestehender Medikation sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Ginkgo & Ginseng kaufen: Worauf achten?

  • Dosierung prüfen: Viele Kombipräparate am Markt sind niedrig dosiert (unter 200 mg gesamt). Der Wirkstoffgehalt pro Kapsel ist entscheidend — nicht nur die Anzahl der Kapseln
  • Standardisierte Extrakte: Bei Ginkgo sollte das Verhältnis 22–27 % Flavonolglykoside und 5–7 % Terpenlactone eingehalten werden
  • Herkunft: Kontrollierter Anbau aus natürlichen Wuchsgebieten — keine Pestizide, keine Herbizide
  • GMP-Zertifizierung: Garantiert gleichbleibende Qualität bei jeder Charge
  • Laborprüfung: Jede Charge auf Reinheit, Schwermetalle und Wirkstoffgehalt geprüft
Ginkgo und Ginseng Kapseln von TTM — je 200 mg Ginkgo biloba und Panax Ginseng, laborgeprüft
Ginkgo & Ginseng Kapseln von TTM — je 200 mg pro Kapsel, GMP-zertifiziert

Die Ginkgo & Ginseng Kapseln von TTM enthalten je 200 mg Ginkgo biloba und 200 mg Panax Ginseng (400 mg gesamt) — laborgeprüft, GMP-zertifiziert, direkt aus Thailand.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Ginkgo biloba und warum gilt er als „lebendes Fossil“?

Ginkgo biloba ist die einzige heute noch existierende Art einer Pflanzengruppe, deren Vorfahren vor über 200 Millionen Jahren nachweisbar sind. Seine fächerförmigen Blätter sind seit dem Erdmittelalter nahezu unverändert. In der Traditionellen Chinesischen Medizin sind verschiedene Pflanzenteile seit Jahrhunderten dokumentiert. Der standardisierte Ginkgo-Blattextrakt gehört zu den meistuntersuchten pflanzlichen Wirkstoffen.

Was ist der Unterschied zwischen Panax Ginseng und anderen Ginseng-Arten?

„Panax Ginseng“ (auch Koreanischer oder Asiatischer Ginseng) enthält Ginsenoside — Triterpensaponine, die nur in echtem Panax vorkommen. Sibirischer Ginseng (Eleutherococcus senticosus) und Ashwagandha (Withania somnifera) gehören zu anderen Pflanzenfamilien und enthalten keine Ginsenoside. Amerikanischer Ginseng (Panax quinquefolius) ist verwandt, wird in der TCM aber als „kühlender“ eingestuft.

Warum ist die Dosierung bei Ginkgo-Ginseng-Präparaten so wichtig?

Viele Kombipräparate auf dem Markt enthalten unter 200 mg Gesamtdosierung. Die TTM-Kapseln enthalten je 200 mg Ginkgo und 200 mg Ginseng (400 mg gesamt).

Kann man Ginkgo und Ginseng zusammen mit Medikamenten einnehmen?

Bei Blutverdünnern (Warfarin, Aspirin, Clopidogrel) und MAO-Hemmern sollte vor der Einnahme unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden. Ginkgo hemmt die Thrombozytenaggregation und Ginseng kann den INR-Wert verändern. Vor geplanten Operationen nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.

Quellen

  • Wikipedia DE: Ginkgo, Ginseng
  • Examine.com: Ginkgo Biloba, Panax Ginseng
  • Birks J, Grimley Evans J (2009): Ginkgo biloba for cognitive impairment and dementia. Cochrane Database Syst Rev (1):CD003120
  • Nicolaï SPA et al. (2013): Ginkgo biloba for intermittent claudication. Cochrane Database Syst Rev (6):CD006888
  • Kennedy DO, Scholey AB, Wesnes KA (2002): Modulation of cognition and mood following administration of single doses of Ginkgo biloba, Panax ginseng, and a Ginkgo/Panax combination. Physiol Behav 75(5):739-51 (PMID 12020739)
  • Ellis JM, Reddy P (2002): Effects of Panax ginseng on quality of life. Ann Pharmacother 36(3):375-9
  • Parsad D, Pandhi R, Juneja A (2003): Effectiveness of oral Ginkgo biloba in treating limited, slowly spreading vitiligo. Clin Exp Dermatol 28(3):285-7 (PMID 12780716)
  • TTM-Fachinformation 01/2024 (TTM Handels GmbH, Linz)
  • Kommission E Monographien: Ginkgo biloba, Panax ginseng

⚠️ Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Bei Schwangerschaft, Stillzeit, bestehender Medikation oder Vorerkrankungen vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen.