Kurz erklärt: Wer Thai-Kräuter kombinieren möchte, stellt meist einzelne Pflanzen bewusst zusammen. In den meisten unserer Dosen steckt nämlich nur eine Pflanze. Das folgt einem verbreiteten Prinzip der traditionellen thailändischen Kräuterkunde. Trotzdem gibt es Präparate, die bei uns seit Jahren immer wieder gemeinsam bestellt werden. Welche das sind, wissen wir aus dem Shop und aus den Beratungsgesprächen, die mein Vater über Jahrzehnte geführt hat. Dieser Artikel stellt diese Paare vor und erklärt, wofür jede Pflanze traditionell steht.
Warum in den meisten Dosen nur eine Pflanze steckt
Die häufigste Frage, die uns per Mail erreicht, dreht sich gar nicht um eine bestimmte Pflanze. Sie lautet: Ich nehme schon etwas, kann ich noch etwas dazunehmen?
Wer bei uns eine Dose öffnet, findet darin meistens eine einzige Pflanze. Viele Präparate der traditionellen thailändischen Kräuterkunde folgen diesem Prinzip: eine Pflanze pro Präparat, sorgfältig ausgewählt, in klar benannter Menge. Damit unterscheiden sie sich von anderen asiatischen Systemen, in denen vielgliedrige Rezepturen üblich sind. Wie dieses System insgesamt funktioniert, haben wir in Was ist Traditionelle Thailändische Medizin? beschrieben.
Für Sie hat das handfeste Vorteile. Sie wissen genau, was Sie einnehmen und wie viel. Sollte Ihnen einmal etwas nicht bekommen, wissen Sie sofort, woran es lag. Und vor allem behalten Sie selbst in der Hand, was Sie miteinander kombinieren.
Genau daraus entsteht die Frage, um die es hier geht: Welche Pflanzen stellt man sinnvoll zusammen?

Wenn mehrere Zutaten in einer Kapsel sind, hat das jedes Mal einen eigenen Grund
Einige Produkte in unserem Regal enthalten mehrere Zutaten. Garcinia und Pfeffer gehören dazu, Ginkgo und Ginseng, Musa und Papaya, Carthamus und Hibiskus, Curcuma Plus, Astacurmin und Extussis. Jede dieser Zusammenstellungen hat ihren eigenen Grund, und an vier Beispielen sieht man gut, wie weit diese Gründe auseinanderliegen.
Beim Curcuma Plus hat der schwarze Pfeffer in der Kapsel eine klare Aufgabe: Das enthaltene Piperin kann die Aufnahme von Curcumin deutlich erhöhen. Dadurch erfüllt der Pfeffer in der Rezeptur eine konkrete Funktion. Worin sich thailändische Kurkuma vom Supermarktgewürz unterscheidet, lesen Sie in Curcuma aus Thailand vs. Supermarkt-Kurkuma.
Beim Astacurmin schützt die zweite Zutat die erste. Astaxanthin, der rote Farbstoff aus einer Süßwasseralge, reagiert empfindlich auf Licht und Luft. Das Curcuma-Öl in der Kapsel stabilisiert ihn und schützt ihn vor vorzeitiger Oxidation.
Beim Extussis wirken vier Pflanzen zusammen, darunter zwei Pfefferarten. Diese Zusammenstellung greift die alte indische Trikatu-Tradition auf, benannt nach den drei Scharfen.
Bei Musa & Papaya verbindet die Rezeptur grüne thailändische Fingerbanane mit unreifer Papaya. Die Papaya steuert unter anderem das Enzym Papain bei. Dieses Duo wird besonders rund um üppige Mahlzeiten gewählt.
Bessere Aufnahme, Schutz des Inhalts, gelebte Überlieferung und zwei Früchte rund um üppige Mahlzeiten: vier Produkte, vier eigene Antworten auf dieselbe Frage.
Was unsere Kundinnen und Kunden zusammen bestellen
Die Paare, die bei uns immer wieder gemeinsam im Karton landen, haben eine eigene Geschichte. Sie stammen aus Beratungsgesprächen. Mein Vater hat den Betrieb jahrzehntelang geführt und dabei unzählige Telefonate mit Kundinnen und Kunden geführt. Jemand schildert seine Situation, bekommt eine Empfehlung, bestellt beim nächsten Mal beides. Viele dieser Empfehlungen haben sich so eingespielt, dass sie bis heute in den Bestellungen sichtbar sind. Wie es dazu kam, dass ich den Betrieb weiterführe, steht in TTK-Prinz in zweiter Generation.
Boesenbergia und Momordica
Das Paar, das derzeit am häufigsten gemeinsam bestellt wird.

Boesenbergia, in Thailand Krachai und bei uns Fingerwurz genannt, ist ein aromatisches Ingwergewächs. Das Rhizom schmeckt warm, leicht scharf und gehört in Thailand ebenso in die Küche wie in die Kräutertradition. Seine Rolle liegt nah an kräftigen Mahlzeiten und der Verdauung nach dem Essen.
Momordica kommt aus einer anderen Richtung. Die Bittermelone ist eine Frucht aus der Familie der Kürbisgewächse, wird in vielen Teilen Asiens als Gemüse gegessen und macht ihrem Namen geschmacklich alle Ehre. Bittere Pflanzen stehen in vielen Kräutertraditionen rund um Mahlzeiten, Ernährung und Stoffwechsel.
In der Beratung lässt sich das Paar einfach erklären: Beide gehören rund um Mahlzeiten, aber mit einem anderen Pflanzencharakter. Momordica bringt als Bittermelone die ausgeprägte Bitterkeit, Boesenbergia als warmes, aromatisches Rhizom die thailändische Küchen- und Kräutertradition. Genau dieses Paar ist bis heute regelmäßig in den Bestellungen sichtbar.
Andrographis und Influvers
In der kühlen Jahreszeit verschiebt sich das Bild.
Andrographis, in Thailand Fa Ta Lai Jon genannt, gehört dort zu den bekanntesten Kräutern überhaupt. Der Beiname „König der Bitterstoffe“ passt: Schon eine kleine Menge schmeckt intensiv bitter. In der thailändischen Tradition hat die Pflanze ihren festen Platz zu Beginn der kühleren Jahreszeit.
Influvers besteht aus gemahlenem Fruchtpulver des Echten Sternanis. Sein warmes, süß-würziges Aroma kennt man aus Küche und Kräutertradition. Bei uns wird das Präparat vor allem durch die Wintermonate genommen. In unserer Beratung stehen die beiden deshalb für zwei saisonale Rollen: das eine für den Moment, das andere für die Strecke. Ab Oktober wird dieses Paar besonders häufig gemeinsam bestellt.
Bacopa mit Ginkgo und Ginseng
Das dritte Paar begegnet uns vor allem bei längeren Lern- und Arbeitsphasen.
Bacopa, in Thailand Ya Brome und in Indien als Brahmi bekannt, ist eine tropische Sumpfpflanze mit besonderem Rang im Ayurveda. Dort gehört sie zu den Pflanzen rund um Lernen, Konzentration und geistige Klarheit. Studierende nehmen Brahmi traditionell in Prüfungszeiten, allerdings als Pflanze für längere Phasen und nicht für einen einzelnen langen Abend.
Beim fertigen Duo aus Ginkgo und Ginseng treffen Blatt und Wurzel aufeinander. Ginkgo gehört zu den ältesten noch lebenden Baumarten der Erde, Ginseng ist in Ostasien seit Jahrtausenden als „Menschenwurzel“ bekannt. Gewählt wird das Duo vor allem in den dunkleren Monaten.
Der gemeinsame Nenner im Beratungsalltag ist der längere Horizont: Bacopa für ausgedehnte Lernphasen, Ginkgo und Ginseng besonders für die dunklere Jahreszeit. Bei Bacopa sollten Sie zwei bis drei Monate einplanen, bevor Sie Bilanz ziehen. Nehmen Sie die Kapseln außerdem zu einer Mahlzeit. In Indien gehörte traditionell Ghee dazu, also Fett, und dieses Prinzip gilt bis heute.
Die stilleren Paare
Boesenbergia ist auch in zwei stilleren Paaren die wiederkehrende Pflanze. Zusammen mit Curcuma treffen zwei Rhizome aus der südostasiatischen Küche und Kräutertradition aufeinander: die warme, leicht scharfe Fingerwurz und das erdige, goldgelbe Curcuma. Beide liegen regelmäßig gemeinsam im Warenkorb.
Bei Andrographis und Boesenbergia verbindet die beiden vor allem ihre thailändische Herkunft. Geschmacklich könnten sie kaum verschiedener sein. Andrographis ist kompromisslos bitter und saisonal geprägt, Boesenbergia aromatisch und näher an kräftigen Mahlzeiten. Auch diese Zusammenstellung kommt in den Bestellungen immer wieder vor.
Warum wir Butea und Pueraria getrennt behandeln
Ausgerechnet das Paar mit den ähnlichsten Namen behandeln wir strikt getrennt.
Butea superba heißt in Thailand Red Kwao Krua. Pueraria mirifica heißt White Kwao Krua. Beide sind Kletterpflanzen aus der Familie der Hülsenfrüchtler, und bei beiden wird die knollenförmige Wurzel verwendet. Botanisch gehören sie jedoch zu verschiedenen Gattungen.
Der ähnliche Name bezeichnet zwei Seiten derselben thailändischen Tradition. Butea steht für männliche Vitalität, Energie und Anti-Aging. Pueraria wird Frauen zugeordnet und steht für weibliche Hormonbalance und Anti-Aging. Verarbeitet wird bei beiden die Wurzel, dennoch halten wir es seit jeher auch in der Beratung klar getrennt: getrennt empfohlen, getrennt eingenommen.
Beide sind als Kur angelegt: 90 Tage Einnahme, danach ein Monat Pause.
Gemeinsam erklären: gerne. Gemeinsam einnehmen: nein.
Wie Sie selbst sinnvoll kombinieren
Drei Regeln reichen im Grunde aus.
Fangen Sie mit einer Pflanze an und geben Sie ihr Zeit. Kommt später eine zweite dazu, können Sie jederzeit zuordnen, was woher kommt.
Lesen Sie vor der Auswahl die Hinweise auf den jeweiligen Produktseiten. Dort finden Sie die produktspezifischen Angaben zu Einnahme, Medikamenten, Schwangerschaft und Stillzeit.
Und halten Sie Kurdauer und Pausen ein, wo sie vorgesehen sind. Bei Butea und Pueraria stehen sie dafür auf der Dose.
Mehr braucht es im Grunde nicht. Zu den meisten Pflanzen finden Sie hier im Blog einen eigenen Beitrag, wenn Sie tiefer einsteigen möchten. Und wenn Sie unsicher sind, welche Zusammenstellung zu Ihrer Situation passt, schreiben Sie uns einfach. Diese Fragen beantworten wir in zweiter Generation.
Alle genannten Pflanzen gibt es bei uns einzeln im Shop.
Häufige Fragen
Nein. Beginnen Sie mit einem Präparat und nehmen Sie das zweite später dazu. So können Sie beide getrennt einschätzen.
Nein. Alle Pflanzen und Rezepturen bleiben einzeln erhältlich. So wählen Sie nur die Produkte, die tatsächlich zu Ihrer Situation passen.
In unserem Sortiment richtet sich Butea an Männer und Pueraria an Frauen, und so empfehlen wir sie auch: getrennt. Trotz des ähnlichen Namens handelt es sich um zwei botanisch verschiedene Pflanzen.
Aus unserem Alltag: aus den Bestellungen im Shop und aus den Beratungsgesprächen, die mein Vater über Jahrzehnte geführt hat.

